Archiv für Juli 2012

Wir von der GEMA

Anfang Juli zählte ich in einem Blog alles auf, was mich an der Gema nervt, aber auch an der Debatte um sie, in der viele Halbwahrheiten kursieren, die teilweise auch vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) oder der Gema selbst gestreut werden. Partei zu ergreifen, fällt mir schwer, denn ich bin Mitglied der Gema und verdiene dadurch immerhin so viel, dass ich es mir nicht leisten könnte, darauf zu verzichten. […] Über 20 000 Menschen lasen meinen Blogeintrag, plötzlich gelte ich als Gema-Experte. Das bin ich nicht. Niemand durchblickt die Gema ganz, Gema-Mitarbeiter eingeschlossen. Dennoch wage ich hier fünf Thesen: (mehr)

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PCs sind keine Geldautomaten

Es ist schlimm genug, dass wir seit Jahren nicht in der Lage sind, sichere oder vertrauenswürdige Software zu produzieren. Aber damit jetzt Guantanamo-Technologien auf allen Endgeräten zu etablieren, dass wir DAS zulassen, das ist eine Schande sondergleichen. Und am Ende wird es wieder keiner gemerkt haben. Ach was hätten wir den tun sollen, keine Apple-Geräte kaufen? Das wäre in der Tat mal ein Anfang! Solange Hersteller wie Apple für sowas noch mit Rekordprofiten belohnt werden, wird das nie aufhören. (mehr)

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Tod eines Politikers

Als am 11. Oktober 1987 Journalisten die Leiche Uwe Barschels fanden, waren sich Behörden und Medien in ihrer Bewertung als Suizid des gestrauchelten Politikers einig. Die Rolle des Bad Guy war zuvor durch den SPIEGEL-Titel „Barschels schmutzige Tricks“ unverrückbar festgelegt worden. Der gestürzte Ministerpräsident, der nach seinem „Ehrenwort“ keine Glaubwürdigkeit mehr beanspruchen konnte, habe keinen Ausweg mehr gehabt. Die seltsamen Umstände sowie die Ungereimtheiten der Spurenlage irritierten die Edelfedern kaum, dem rechtskonservativen Politiker weinte allenfalls die Familie eine Träne nach. Wer einen Mord wähnte und damit die Deutungshoheit führender Journalisten infrage stellte, wurde als Verschwörungstheoretiker gelabelt. (mehr)

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Männerrechtsbewegung: „Vernichtungsbewegung gegen den Feminismus“

Interview mit Hinrich Rosenbrock

„Ihre Studie „Die antifeministische Männerrechtsbewegung“ untersucht sogenannte Männerrechtler/innen, die sich gegen Frauen- und Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming und Feminismus auflehnen. Wer sind diese Männer und Frauen der antifeministischen Männerrechtsbewegung?(…)“

das Interview gibt es hier

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Bitte einmal Critical Whiteness-Workshops für alle!

“ […] Balotelli hat es nicht nur gewagt, die deutsche Nationalmannschaft aus der EM zu kicken und somit das (natürlich harmlose!) deutsche Ehrgefühl zu verletzen, nein, er wagt es sich außerdem, als Schwarzer außergewöhnlich guten Fußball zu spielen und darauf auch noch stolz zu sein. Er wagt es, sich offen gegen Rassismen zu wehren indem er diese zunächst einmal als solche entlarvt und er wagt es, sich nicht unterkriegen zu lassen, sich nicht anzubiedern und für Selbstverständlichkeiten eben nicht dankbar zu sein. Und das alles, obwohl er Schwarz ist. […]“#

ganzer Beitrag hier

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Steuergesetz bedroht Aktivisten

Ein Gesetzentwurf der schwarz-gelben Koalition sieht vor, dass Vereine, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ihre Steuerprivilegien verlieren. Die Steuerpflicht wäre für Vereine wie Attac, Greenpeace und Robin Wood das Aus. (mehr)

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„Party-Patriotismus ist Nationalismus“

„Der Kern des Patriotismus ist, genau wie beim Nationalismus, die Identifikation mit seinem Land“, sagt Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. „Der Patriot ist außerdem stolz auf die Demokratie und auf die sozialen Errungenschaften in seinem Land, ohne dass er das mit anderen Ländern vergleicht. Der Nationalist dagegen vergleicht sein Land immer mit anderen Nationen. Er ist stolz, Deutscher zu sein, und er ist stolz auf die deutsche Geschichte.“ In diesem Sinne hatte der frühere Bundespräsident Johannes Rau den wichtigsten Unterschied wohl auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“

alles hier

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Aushebelung der Willensfreiheit

Cover Hirnforscher Wolf Singer erklärte in diesem Sinne die neurobiologische Sichtweise, die „der trivialen Erkenntnis Rechnung (trüge), dass eine Person tat, was sie tat, weil sie im fraglichen Augenblick nicht anders konnte – denn sonst hätte sie anders gehandelt.“ Für die Beurteilung des Verhaltens habe dies erhebliche Folgen, was er so ausführt:

„Eine Person begeht eine Tat, offenbar bei klarem Bewußtsein, und wird für voll verantwortlich erklärt. Zufällig entdeckt man aber einen Tumor in Strukturen des Frontalhirns, die benötigt werden, um erlernte soziale Regeln abzurufen und für Entscheidungsprozesse verfügbar zu machen. Der Person würde Nachsicht zuteil. Der gleiche „Defekt” kann aber auch unsichtbare neuronale Ursachen haben. Genetische Dispositionen können Verschaltungen hervorgebracht haben, die das Speichern oder Abrufen sozialer Regeln erschweren, oder die sozialen Regeln wurden nicht rechtzeitig und tief genug eingeprägt, oder es wurden von der Norm abweichende Regeln erlernt, oder die Fähigkeit zur rationalen Abwägung wurde wegen fehlgeleiteter Prägung ungenügend ausdifferenziert. Diese Liste ließe sich nahezu beliebig verlängern. Keiner kann anders als er ist.“ (mehr)

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Der Filz, nicht Erdbeben oder Tsunami

Es sei keine Naturkatastrophe gewesen, sondern „ganz klar ein von Menschen gemachtes Unglück“, so heißt es in dem über 600 Seiten dicken Bericht, in dem auch klar gemacht wird, dass die Kommission viele Fragen nicht berücksichtigen konnten. Tepco wird zwar die Hauptschuld zugeschoben, da Warnungen vor Erdbebengefahren und Sicherheitsvorkehrungen missachtet wurden. Das konnte Tepco allerdings nur, weil die Atomsicherheitsbehörde NISA dies geduldet hat. Der Filz zwischen Regierung, Aufsichtsbehörde und Atomkonzern verhinderte die Sicherheitsmaßnahmen, die möglicherweise das Unglück hätten verhindern können. (Quelle)

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Zivil ungehorsam Bahn fahren

Für monatlich elf Euro können sich schwedische Bürger gegen das Erwischtwerden beim Schwarzfahren absichern. »Planka.nu« ist eine Versicherung für die erhöhten Beförderungsgebühren, die Personen ohne gültigen Fahrschein im öffentlichen Nahverkehr zahlen müssen. Via Twitter warnt Planka.nu vor Kontrolleuren. Die Initiative versteht sich als Protestbewegung gegen unsoziale Fahrpreise. (Quelle)

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