Tag-Archiv für 'nationalismus'

Der Zschäpe Prozess

Dokumentation des Bayrischen Rundfunks über Beate Zschäpe und den NSU-Komplex. Ab Minute 20 werden sehr interessante Aussagen zur Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz gemacht.

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Frauen als Beute – Wehrmacht und Prostitution

Doku über die organisierte Zwangsprostitution im 2. Weltkrieg.

Maria K. aus Posen – eines der Opfer der Zwangsprostitution für die deutsche Wehrmacht. Nach 1940 begannen die NS-Behörden mit der Einrichtung von Militärbordellen. Die Frauen galten als “Material”, wurden mit Gewalt in besetzten Gebieten oder in Konzentrationslagern rekrutiert. Als Opfer sind sie bis heute nirgends anerkannt. “Die SS-Männer kamen und suchten sich die schönen Frauen aus. Sie sagten – für die Front, die Soldaten zu versorgen.” Das erzählt Nina Michailowna, eine alte Frau aus Skadowsk in der Ukraine. Was sie beschreibt, gehört zu einem besonders finsteren und menschenverachtenden Aspekt der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: dem Missbrauch von Frauen in deutschen Militärbordellen. Ab 1940 war den zuständigen Behörden klar, dass es an der Front Regelungsbedarf gab. Tausende von Soldaten infizierten sich mit Krankheiten und standen oft über Monate der Truppe nicht zur Verfügung. Daraufhin begannen die Militärbehörden, eigene Bordelle einzurichten.

in 3 Teilen a 15 min. hier

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Bitte einmal Critical Whiteness-Workshops für alle!

“ […] Balotelli hat es nicht nur gewagt, die deutsche Nationalmannschaft aus der EM zu kicken und somit das (natürlich harmlose!) deutsche Ehrgefühl zu verletzen, nein, er wagt es sich außerdem, als Schwarzer außergewöhnlich guten Fußball zu spielen und darauf auch noch stolz zu sein. Er wagt es, sich offen gegen Rassismen zu wehren indem er diese zunächst einmal als solche entlarvt und er wagt es, sich nicht unterkriegen zu lassen, sich nicht anzubiedern und für Selbstverständlichkeiten eben nicht dankbar zu sein. Und das alles, obwohl er Schwarz ist. […]“#

ganzer Beitrag hier

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„Party-Patriotismus ist Nationalismus“

„Der Kern des Patriotismus ist, genau wie beim Nationalismus, die Identifikation mit seinem Land“, sagt Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. „Der Patriot ist außerdem stolz auf die Demokratie und auf die sozialen Errungenschaften in seinem Land, ohne dass er das mit anderen Ländern vergleicht. Der Nationalist dagegen vergleicht sein Land immer mit anderen Nationen. Er ist stolz, Deutscher zu sein, und er ist stolz auf die deutsche Geschichte.“ In diesem Sinne hatte der frühere Bundespräsident Johannes Rau den wichtigsten Unterschied wohl auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“

alles hier

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Intersektionalität im nationalen Strafraum: Race, Gender und Sexualität und die deutsche Nationalmannschaft

Die ersten Sätze:

„In allen Ländern, in denen Fußball der führende Sport ist, erlangen die jeweiligen
Nationalmannschaften höchsten Symbolwert in der nationalen Erzählung.
Dieser Zusammenhang zeigt sich besonders dort, wo Stolz auf die Nation diskreditiert
war, wie es in Deutschland nach dem Holocaust der Fall gewesen ist. Der
Gewinn der Weltmeisterschaft 1954, das so genannte Wunder von Bern, bekam
deshalb im deutschen kollektiven Unbewussten einen geradezu mythischen Stellenwert.
Es half nicht nur dabei, ein neues Selbstwertgefühl – „wir sind wieder
wer“ – zu entwickeln, sondern die Tatsache, dass das Ausland sich gezwungen
sah, wieder einer deutschen Leistung zu applaudieren, kühlte die Wunden der
(kollektiv)-schuldverstrickten postfaschistischen Generation.2 Vom Team mit dem
sprechenden Namen „Nationalmannschaft“ (man vergleiche Seleçao – Brasilien,
Les Bleus – Frankreich, Squadra Azzura – Italien, Bafana Bafana – Südafrika, Die
Löwen – Kamerun) wurde erwartet, die Nation zu repräsentieren, zu verkörpern
und zu zelebrieren (Dembowski / Bott 2006, 233). Dabei war implizit selbstverständlich,
dass diese nationalen Sportler männlich, weiß und deutsch im Sinne
der Zugehörigkeit zur „Volksgemeinschaft“ sein mussten.
Interessanterweise wurde der Frauenfußball, der sich seit“

zu finden hier, in Feministisch Studien, von Gabriele Dietze

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Neuwied: Wie schwer es fällt, Rassismus zu benennen

EM Juni 2012
„Die rassistisch motivierten Vorfälle auf einer Fanmeile in Neuwied haben keine strafrechtlichen Konsequenzen. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass keine Straftat vorliege, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Koblenz. Sicherheitskräfte des „Public Viewings“ in Neuwied sollen mehreren dunkelhäutigen Besuchern ohne Angabe von Gründen den Zutritt auf das Gelände der Fanmeile verwehrt haben. Ein 13-jähriger dunkelhäutiger Junge soll an der Einlasskontrolle aufgefordert worden sein, zwei deutsche Gedichte aufzusagen. Ob das Rassismus sei, so ein Sprecher der Bank, die das Public Viewing anbietet, sei „unklar“. Offenbar rührt dessen Verwirrung daher, einer der betroffenen Sicherheitsleute einen afrikanischen Background hat. Neuwieds Bürgermeister forderte die Sicherheitsleute auf, sich bei den Opfern zu entschuldigen“

Teil dieser Presseschau

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Die Mär vom guten Patrioten

Schon in der Schule wird auf den Unterschied geachtet: Angeblich gibt es zwei Arten von Vaterlandsliebe. Auf der einen Seite die konstruktiven Patrioten, die ihr Land lieben, ohne andere Nationen abzuwerten. Sie sind politisch aktiv und engagieren sich sozial.

Auf der anderen Seite die Nationalisten, die ihr Land verherrlichen und alles Fremde missachten. Sie sind chauvinistisch und ausländerfeindlich. Nach Auffassung des Soziologen Thomas Blank fühlt sich der deutsche Patriot Grundwerten wie Freiheit und Gleichheit verpflichtet und ist stolz auf die sozialen Sicherungssysteme. Der Nationalist ist demgegenüber an Werten wie Macht, Dominanz und kultureller Homogenität orientiert.

Doch eine solche Zweiteilung der Menschen in Patrioten und Nationalisten ist politisch motiviert – sie dient dazu, Patriotismus als wünschenswerte Eigenschaft propagieren zu können. Eine empirische Basis für den Unterschied zwischen Vorzeige- und Schmuddelbürgern gibt es jedoch nicht, wie neueste Untersuchungen zeigen (Wilhelm Heitmeyer: Deutsche Zustände, Folge 5. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2007).

Nach Erkenntnissen des Psychologen Christopher Cohrs von der Universität Jena lassen sich Menschen nicht in gute Patrioten und böse Nationalisten einteilen. Bürger, die sich stark mit ihrem Land identifizieren, so Cohrs, seien anfällig für intolerantes und ausländerfeindliches Gedankengut: „Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand.“ […]

Auch der vermeintlich harmlose „Partypatriotismus“ während der WM 2006 hat die Deutschen nach Ansicht der Psychologin Julia Becker von der Universität Marburg nicht offener und menschenfreundlicher gemacht. Im Gegenteil: Personen, die im Anschluss an die WM befragt wurden, äußerten sich nationalistischer als eine Vergleichsgruppe vor der WM. Während der WM war zwar „die Welt zu Gast bei Freunden“, so Becker, aber die Deutschen sind dadurch keineswegs gastfreundlicher geworden. […]

Nationales Zusammengehörigkeitsgefühl und Chauvinismus sind zwei Seiten einer Medaille. Das ist in Deutschland nicht anders als in Japan oder den USA, wie Studien belegen. Nach Auffassung der Sozialpsychologin Amélie Mummendey von der Universität Jena tendieren Menschen dazu, ihren Nationalismus euphemistisch als patriotische Haltung zu beschreiben, während der Patriotismus anderer Nationen schnell als feindselig oder übersteigert wahrgenommen wird. (Quelle)

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EM-Patriotismus: Meine gefährliche Liebe zu Deutschland

Spaß landete bei den von Schediwiy nach ihrer Motivation befragten Fahnenschwenkern auf dem letzten Platz. Es geht den meisten vielmehr darum, die Zugehörigkeit zu ihrem Land auszudrücken. Fast trotzig, weil man ja so lange nicht durfte. „Gerade Deutschland hat ja aufgrund der Geschichte Probleme damit deutsche Flagge zu zeigen, aber seit der WM im eigenen Land ist es so geworden, dass alle darauf stolz sind, Deutsche zu sein“, sagte ein 25-jähriger Banker auf der Fanmeile in Berlin 2010. Eine Frau drückte es noch prägnanter aus: „Deutschland ist unser Land. Und auf sein Land ist man stolz“.

Ein Wettkampfsport wie Fußball basiert auf der Abgrenzung zwischen Fremd- und Eigengruppen, auf dem Kampf um Sieg und Niederlage. Das allein schon verfestigt die kollektive Identität mit den jeweiligen Mannschaften. Bei Länderspielen aber, schreibt Schediwy, werde diese gemeinsame Identität zusätzlich durch die nationale Zugehörigkeit verstärkt. Die fuße ebenfalls auf der Konstruktion „Wir gegen euch“.

Die verstärkte Identifikation mit der eigenen Mannschaft führe dann zu einer Steigerung des Selbstwerts der Fans. Und solange die Mannschaft erfolgreich ist, steigert sich der Selbstwert immer weiter. Die Deutschen sind also nicht nur stolz auf Schweinsteiger und Co., sondern vor allem auf sich selbst, auch wenn sie nicht eine Sekunde auf dem Rasen standen, manche noch nie in ihrem Leben gekickt haben. So sagt ein Fan auf die Frage, was ein möglicher WM-Sieg für ihn bedeuten würde: „Ja, ich fühle mich als Weltmeister. Wenn Deutschland Weltmeister wird, sind wir alle Weltmeister.“ (Quelle)

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“Eine U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz”

Vor der EM wurde zuwar viel über das Rassismus- und Naziproblem in ukrainischen Stadien berichtet, doch endlich einmal, so schien es, sollten Diskriminierung und Gewalt im Umfeld von Fußballspielen nicht mit deutschen Fans in Verbindung gebracht werden: Rassismus, Antisemitismus und aggressiver Nationalismus im Zuge von Spielen der deutschen Nationalmannschaft sollten der Vergangenheit angehören.

Wie man mittlerweile weiß, ist dem leider nicht so: Die UEFA ermittelt gegen den DFB, weil deutsche Fans im Spiel gegen Dänemark durch “ungebührliches Verhalten” und “unangebrachte Sprechchöre” aufgefallen sind. Beim Spiel wurde ein Banner mit der Fraktur-Aufschrift “Gott mit uns” gezeigt- der Wahlspruch, der im Zweiten Weltkrieg auf den Gürtelschnallen der Wehrmachtssoldaten prangte. […]

Schon auf der Hinfahrt mit einem Bus aus Deutschland stimmten mitreisende Fans zum „Aufwärmen“ einen Gesang an, in dem die Zeile „Scheiß Parasiten, Hängt die Zigeuner von Schalke 04“ vorkommt und stellen lauthals die Frage: „Wer hebt die Hand zum Deutschen Gruß?“ […]

Bereits am Abend des ersten Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal kommen mir deutsche Fans vor der großen Public Viewing Area mit „Deutschland, Deutschland über alles in der Welt!“ entgegen. Als ich an der mobilen deutschen Fanbotschaft ankomme, regt man sich dort gerade über den Hitlergruß zeigende Deutschlandfans auf. […]

Auf dem Markplatz, wo auch die Fanbotschaft steht, läuft jedenfalls ein Fan mit der Rückennummer „88“ auf einem Trikot herum. Die beiden Ärmel werden jeweils von einem großen Eisernen Kreuz geziert. Draußen vor einer Kneipe am Marktplatz hat inmitten einer Gruppe jemand eine Pickelhaube auf. Ein „Scherzartikel“, der sich schon seit der WM 2006 großer Beliebtheit erfeut, hier in einer ehemals von deutschen Soldaten besetzten Stadt aber noch geschmackloser wirkt als sonst. Beim Einsteigen in die Busse Richtung Stadion kommt der nächste Fan im Deutschland-„88“-Look.

Im Trolleybus auf dem Weg zum Stadion fällt mir ein Dresdner Fan mit „Elbflorenz“-Mütze auf, der ein T-Shirt trägt auf dem ein überdimensionierter Panzer mit Fußball abgebildet ist. Dazu steht der Spruch „Europameister 2012“. Dieses T-Shirt wird vom Versand „Sieg oder Spielabbruch“ vertrieben, welcher wiederum aus dem Umfeld der Hooligangruppe „Standarte Bremen“ und der Band „Kategorie C“ kommt. Der Träger steht in einer Gruppe Dresdner Fans, die neben dem obligatorischen „Deutschland, Deutschland, Deutschland“ auch „Ha ho, he, Faschisten SGD“ brüllen und zur Melodie von „Jingle Bells“ „Besiktas, Trabzonspor, Galatasaray, Fernebace Istanbul. Wir hassen die Türkei!“ singen. In einem anderen Buss soll sogar das “Auschwitz-Lied”, diesmal in der Fassung “Wir bauen eine U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz” gesungen worden sein, berichtet mir später ein Bremer Fan. […]

Nach dem Spiel begrüßen sich dann manche Fans auf dem zentralen Marktplatz von Lviv mit dem Hitlergruß. Auch darüber beschwert sich niemand. Am Tisch neben mir schimpft jemand über die „scheiß Kanaken.“ Er meint damit den Kellner, der kein Englisch versteht. Der Fan selbst kann augenscheinlich weder Ukrainisch, Polnisch oder Russisch, weswegen sich die Kommunikation als schwierig erweist. Aus einer Dreiergruppe mit Deutschlandtrikots zeigt einer direkt neben mit den erneut den Hitlergruß. Auf die Frage, was der Nazidreck solle, fragt er zurück: „Was dagegen?“ Die drei gehen weiter, drehen sich nach ca. 50 Metern noch einmal gleichzeitig zusammen um und rufen in unsere Richtung: „Sieg Heil, Fotze und Schwuchtel“ und verschwinden dann.

Kaum etwas von diesen Erlebnissen taucht in der Berichterstattung über die Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf. Dabei müssen auch Journalisten solche Beobachtungen gemacht haben. Erschreckend ist auch, dass sich scheinbar kaum einer der mitreisenden Deutschlandfans an den beschriebenen Gesängen, Äußerungen und Verhaltensweisen stört. Und das in einer Stadt, in der während der Zeit des Nationalsozialismus über eine halbe Million Menschen von den deutschen Besatzern ermordet wurde – nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung (über 400.000 Männer, Frauen und Kinder), aber auch gut 140.000 russische Kriegsgefangene. (Quelle)

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