Tag-Archiv für 'rassismus'

Der Zschäpe Prozess

Dokumentation des Bayrischen Rundfunks über Beate Zschäpe und den NSU-Komplex. Ab Minute 20 werden sehr interessante Aussagen zur Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz gemacht.

, , , , , ,

Ein Tag von 3 Flüchtlingen in Bayern

„Auf dem Weg von Bayern nach Berlin (Oranienplatz), am 2. Februar 2013, wurden die „Asylbewerber“ Mohammad Kalali, Omid Moradian und Houmer Hedayadzadeh gemeinsam mit einer Unterstützerin zwei Mal kontrolliert und festgehalten: Ein Mal im Zug nach Wiesau, woraufhin sie zur Polizeistation in Weiden gebracht und stundenlang dort festgehalten und diskriminiert wurden, während einer von ihnen unter Druck ein ihm unbekanntes Dokument unterschreiben musste. Ein zweites Mal in Hof, woraufhin zwei von ihnen erneut in der dortigen Polizeistation festgehalten, auf respektlose Weise durchsucht wurden sowie Fotos machen lassen und Fingerabdrücke abgeben mussten. Gleichzeitig wurden die anderen beiden von rechtsradikalen Fußballfans angepöbelt, was wiederum zu weiteren Auseinandersetzungen mit der Polizistei führte. Nach zahlreichen Stunden der Festnahme und Einschüchterungen sahen sich die vier Personen schließlich gezwungen, ihre Reise abzubrechen. “

Beitrag von asylstrikeberlin.wordpress.com zum weiter lesen hier

, , , , ,

Geschlechterbilder im Netz

Das Netz frei von Sexismus und Rassimus – eine Utopie?

Nicht nur manch Piratin oder Pirat vertritt die These, dass das Netz postgender sei. Aber ist das wirklich so? Spielt das Geschlecht im Zeitalter der Digitalisierung tatsächlich keine Rolle mehr? Eins ist klar: Sobald von Sexismus oder Rassismus die Rede ist, wird die Diskussion sehr schnell kontrovers.

für mehr, hier klicken

, , , , ,

Bitte einmal Critical Whiteness-Workshops für alle!

“ […] Balotelli hat es nicht nur gewagt, die deutsche Nationalmannschaft aus der EM zu kicken und somit das (natürlich harmlose!) deutsche Ehrgefühl zu verletzen, nein, er wagt es sich außerdem, als Schwarzer außergewöhnlich guten Fußball zu spielen und darauf auch noch stolz zu sein. Er wagt es, sich offen gegen Rassismen zu wehren indem er diese zunächst einmal als solche entlarvt und er wagt es, sich nicht unterkriegen zu lassen, sich nicht anzubiedern und für Selbstverständlichkeiten eben nicht dankbar zu sein. Und das alles, obwohl er Schwarz ist. […]“#

ganzer Beitrag hier

, , , , , ,

„Party-Patriotismus ist Nationalismus“

„Der Kern des Patriotismus ist, genau wie beim Nationalismus, die Identifikation mit seinem Land“, sagt Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. „Der Patriot ist außerdem stolz auf die Demokratie und auf die sozialen Errungenschaften in seinem Land, ohne dass er das mit anderen Ländern vergleicht. Der Nationalist dagegen vergleicht sein Land immer mit anderen Nationen. Er ist stolz, Deutscher zu sein, und er ist stolz auf die deutsche Geschichte.“ In diesem Sinne hatte der frühere Bundespräsident Johannes Rau den wichtigsten Unterschied wohl auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“

alles hier

, , , , , ,

Intersektionalität im nationalen Strafraum: Race, Gender und Sexualität und die deutsche Nationalmannschaft

Die ersten Sätze:

„In allen Ländern, in denen Fußball der führende Sport ist, erlangen die jeweiligen
Nationalmannschaften höchsten Symbolwert in der nationalen Erzählung.
Dieser Zusammenhang zeigt sich besonders dort, wo Stolz auf die Nation diskreditiert
war, wie es in Deutschland nach dem Holocaust der Fall gewesen ist. Der
Gewinn der Weltmeisterschaft 1954, das so genannte Wunder von Bern, bekam
deshalb im deutschen kollektiven Unbewussten einen geradezu mythischen Stellenwert.
Es half nicht nur dabei, ein neues Selbstwertgefühl – „wir sind wieder
wer“ – zu entwickeln, sondern die Tatsache, dass das Ausland sich gezwungen
sah, wieder einer deutschen Leistung zu applaudieren, kühlte die Wunden der
(kollektiv)-schuldverstrickten postfaschistischen Generation.2 Vom Team mit dem
sprechenden Namen „Nationalmannschaft“ (man vergleiche Seleçao – Brasilien,
Les Bleus – Frankreich, Squadra Azzura – Italien, Bafana Bafana – Südafrika, Die
Löwen – Kamerun) wurde erwartet, die Nation zu repräsentieren, zu verkörpern
und zu zelebrieren (Dembowski / Bott 2006, 233). Dabei war implizit selbstverständlich,
dass diese nationalen Sportler männlich, weiß und deutsch im Sinne
der Zugehörigkeit zur „Volksgemeinschaft“ sein mussten.
Interessanterweise wurde der Frauenfußball, der sich seit“

zu finden hier, in Feministisch Studien, von Gabriele Dietze

, , , , , , ,

Neuwied: Wie schwer es fällt, Rassismus zu benennen

EM Juni 2012
„Die rassistisch motivierten Vorfälle auf einer Fanmeile in Neuwied haben keine strafrechtlichen Konsequenzen. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass keine Straftat vorliege, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Koblenz. Sicherheitskräfte des „Public Viewings“ in Neuwied sollen mehreren dunkelhäutigen Besuchern ohne Angabe von Gründen den Zutritt auf das Gelände der Fanmeile verwehrt haben. Ein 13-jähriger dunkelhäutiger Junge soll an der Einlasskontrolle aufgefordert worden sein, zwei deutsche Gedichte aufzusagen. Ob das Rassismus sei, so ein Sprecher der Bank, die das Public Viewing anbietet, sei „unklar“. Offenbar rührt dessen Verwirrung daher, einer der betroffenen Sicherheitsleute einen afrikanischen Background hat. Neuwieds Bürgermeister forderte die Sicherheitsleute auf, sich bei den Opfern zu entschuldigen“

Teil dieser Presseschau

, , , , , ,

„Patriotismus“-Panne? EM-Aus ist deutschlandweit Anlass zu Rassismus

EM Juni 2012

Der Artikel berichtet (und kommentiert) Vorfälle nach dem Ausscheiden der dt. Fußball-Nationalmannschaft bei der EM.

Beitrag hier

, , , , ,

Die Mär vom guten Patrioten

Schon in der Schule wird auf den Unterschied geachtet: Angeblich gibt es zwei Arten von Vaterlandsliebe. Auf der einen Seite die konstruktiven Patrioten, die ihr Land lieben, ohne andere Nationen abzuwerten. Sie sind politisch aktiv und engagieren sich sozial.

Auf der anderen Seite die Nationalisten, die ihr Land verherrlichen und alles Fremde missachten. Sie sind chauvinistisch und ausländerfeindlich. Nach Auffassung des Soziologen Thomas Blank fühlt sich der deutsche Patriot Grundwerten wie Freiheit und Gleichheit verpflichtet und ist stolz auf die sozialen Sicherungssysteme. Der Nationalist ist demgegenüber an Werten wie Macht, Dominanz und kultureller Homogenität orientiert.

Doch eine solche Zweiteilung der Menschen in Patrioten und Nationalisten ist politisch motiviert – sie dient dazu, Patriotismus als wünschenswerte Eigenschaft propagieren zu können. Eine empirische Basis für den Unterschied zwischen Vorzeige- und Schmuddelbürgern gibt es jedoch nicht, wie neueste Untersuchungen zeigen (Wilhelm Heitmeyer: Deutsche Zustände, Folge 5. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2007).

Nach Erkenntnissen des Psychologen Christopher Cohrs von der Universität Jena lassen sich Menschen nicht in gute Patrioten und böse Nationalisten einteilen. Bürger, die sich stark mit ihrem Land identifizieren, so Cohrs, seien anfällig für intolerantes und ausländerfeindliches Gedankengut: „Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand.“ […]

Auch der vermeintlich harmlose „Partypatriotismus“ während der WM 2006 hat die Deutschen nach Ansicht der Psychologin Julia Becker von der Universität Marburg nicht offener und menschenfreundlicher gemacht. Im Gegenteil: Personen, die im Anschluss an die WM befragt wurden, äußerten sich nationalistischer als eine Vergleichsgruppe vor der WM. Während der WM war zwar „die Welt zu Gast bei Freunden“, so Becker, aber die Deutschen sind dadurch keineswegs gastfreundlicher geworden. […]

Nationales Zusammengehörigkeitsgefühl und Chauvinismus sind zwei Seiten einer Medaille. Das ist in Deutschland nicht anders als in Japan oder den USA, wie Studien belegen. Nach Auffassung der Sozialpsychologin Amélie Mummendey von der Universität Jena tendieren Menschen dazu, ihren Nationalismus euphemistisch als patriotische Haltung zu beschreiben, während der Patriotismus anderer Nationen schnell als feindselig oder übersteigert wahrgenommen wird. (Quelle)

, , , , , ,

Arsch-Rot-Gold

Polen 1996: Deutschlands Freundschaftsspiel in Zabrze, 30 Kilometer von Auschwitz entfernt, gestaltet sich wenig freundschaftlich. Es wird von hunderten Neonazis für ihre Provokationen genutzt. Über das gesamte Spiel werden von einem Großteil des deutschen Blocks rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen. Zudem entrollen Nazis ein Banner mit der Aufschrift: „Schindler-Juden – Wir grüßen Euch“.

Frankreich 1998: Vor dem EM-Spiel gegen Jugoslawien ziehen deutsche Hooligans und Nazis mit Reichskriegsflaggen durch Lens und heizen die Stimmung mit Gesängen wie „Wir sind wieder einmarschiert“ an. Es kommt zu Straßenschlachten, bei denen der Polizist Daniel Nivel ins Koma geprügelt wird. Bereits in den Tagen zuvor gab es im Internet Ankündigungen eines bevorstehenden „Frankreich-Überfalls“.

Slowenien 2005: DFB-Mediendirektor Harald Stenger entschuldigt sich schon vor Beginn des Testspiels über die Stadionlautsprecher beim slowenischen Publikum für die deutschen Fans, die den ganzen Tag in Celje gewütet hatten. Im Stadion gehen die Gewalttaten weiter. Hunderte Hooligans und Nazis reißen Sitze aus der Verankerung, werfen Feuerwerkskörper auf den Rasen und rufen rassistische Parolen.

Slowakei 2005: Laut und deutlich hallen Gesänge wie „Zick-Zack-Zigeunerpack“ durch das Slovan-Stadion von Bratislava und via Fernsehen durch deutsche Wohnzimmer. Fast genau zum 66. Jahrestag des deutschen Einmarschs in Polen dominieren beim Testspiel gegen die Slowakei mindestens 400 Nazis den deutschen Fanblock. Von rassistischen Schmähungen betroffen ist auch der deutsche Nationalspieler Patrick Owomoyela.

Tschechien 2007: Vor einem EM-Qualifikationsspiel in Prag liefern sich hunderte deutsche Fans Hetzjagden mit der Polizei. Auf dem Weg zum Stadion provozieren sie mit dem Singen von Wehrmachtsliedern und Sprüchen wie „Böhmen bleibt deutsch“.

Polen 2012: Nach dem Spiel der DFB-Elf gegen Griechenland in Danzig haben 50 bis 60 deutsche Fans im Zentrum am Neptunbrunnen rechtsradikale Parolen skandiert. Das weiß auch Volker Goll von der Koordinationsstelle Fanprojekte. (Quelle)

, , , , , ,